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Hilfsbereitschaft für blinde und sehbehinderte Menschen gesunken

Die Hygiene- und Abstandsregeln stellen Menschen mit Sehbehinderung vor Herausforderungen. Eine Umfrage unter Betroffenen gibt Auskunft.

Genug Abstand? Blinde und sehbehinderte Menschen können die Distanz zu anderen oft nicht einschätzen. (Foto: Oliver Ziebe/DBSV/dpa-tmn)

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B

linde und sehbehinderte Menschen brauchen in Zeiten von Corona mehr Hilfe. Bis Juni dieses Jahres seien 418 blinde und sehbehinderten Menschen in den beiden Beratungsstellen des Verbandes in Cottbus und Brandenburg/Havel beraten worden, hieß es vom Blinden- und Sehbehindertenverband Brandenburg. Im ersten Halbjahr 2019 waren es demnach nur 297 Beratungen. Eine Sehbehinderung hatten den Angaben zufolge etwa zwei Drittel der Hilfesuchenden – sowohl 2019 als auch in diesem Jahr.

«Die Menschen haben Angst, sie fühlen sich allein gelassen»,

sagte der Geschäftsstellenleiter des Verbandes und Beratungsstellen-Leiter, Joachim Haar. Sehbehinderte Menschen könnten sich nur eingeschränkt über das aktuelle Geschehen informieren, da sie zum Beispiel keine Zeitung lesen könnten, sagte Haar. «Mit der Maske beschlägt die Brille. Außerdem sind Stimmen nicht mehr gut zu hören. Gerade die sind für Menschen, die nicht mehr richtig sehen können, ganz wichtig.»

Zurückweisung kann kränken

Haar, geboren im Jahr 1945, ist blind seit seiner Geburt. Als sehbehindert gilt, wer weniger als 30 Prozent sieht. Blind ist, wer weniger als zwei Prozent sieht. «Für mich sind Sprüche wie «bist du blind» oder «kannst du nicht richtig gucken» kein Problem», sagte Haar. «Ja, klar!», antworte er dann. Das gehe nicht jedem so. Besonders Menschen, die – wie der Großteil – erst im Alter erblinden, kränke die Zurückweisung. Dabei seien sie besonders auf Hilfe im Alltag angewiesen. Anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni teilte Brandenburgs Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) mit:

«Die Corona-Krise hat wie in einem Brennglas gezeigt, wie wichtig es ist, dass alle Menschen gleichermaßen Zugang zu Informationen haben, ob im Internet oder im öffentlichen Raum. Was wir dabei an barrierefreier Kommunikation gelernt haben, müssen wir beibehalten und ausbauen.»

Im Kleinen helfe manchmal ein freundliches «kann ich helfen», doch der Bewusstseinswandel hin zu einer inklusiven Gesellschaft sei eine Aufgabe für alle und müsse Ziel der Politik sein.

Hilfsbereitschaft gesunken

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband hat anlässlich des Aktionstages etwa 200 sehbehinderte und blinde Menschen befragt, welche Unterstützung sie sich in der Corona-Zeit von Sehenden wünschen. Heraus kam eine «Liste mit zehn konkreten Tipps für sehende Mitmenschen». Hilfe anzubieten sei niemals falsch und auch aus sicherer Entfernung möglich, heißt es in der auf der Internetseite des Verbandes veröffentlichten Übersicht. Ein Satz wie: «Die Dame mit dem weißen Stock – kann ich Ihnen helfen?», sei völlig in Ordnung.

Viele Befragte hätten angegeben, dass die Hilfsbereitschaft seit Beginn der Corona-Zeit gesunken sei, sagte Volker Lenk, Sprecher des Verbandes.

«Sehende denken, Hilfe anzubieten ist gleichbedeutend mit Führen.»

Man könne aber auch gut aus der Entfernung helfen, beispielsweise indem man als Navi fungiere. Plexiglasscheiben ohne kontrastreiche Markierung sind laut Lenk ein großes Problem für sehbehinderte Menschen. «Betroffene sehen die Scheibe nicht und knallen davor», sagte Lenk.

Wie viele sehbehinderte Menschen in Brandenburg leben, wird nicht erfasst. Zu blinden Menschen gibt es Zahlen: Nach Angaben des brandenburgischen Verbandes leben über 5.600 blinde Menschen im Land. Haar schätzt, dass die Zahl derjenigen mit einer Sehbehinderung fünf- bis sechsmal so hoch ist.

Trauerportal.de (dpa/bb)
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