Veröffentlicht von Redaktion

28. Mai 2020
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Mehr als 40 Millionen Menschen in den USA arbeitslos gemeldet

Die Coronavirus-Pandemie hat den US-Arbeitsmarkt in die schlimmste Krise seit vielen Jahrzehnten gestürzt.

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T

rotz einer graduellen Lockerung der Corona-Auflagen in den meisten US-Bundesstaaten setzt sich der historische Einbruch am Arbeitsmarkt fort: Seit März haben nun fast 41 Millionen Menschen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis zum 23. Mai kamen 2,1 Millionen Neuanträge hinzu, wie die US-Regierung am Donnerstag mitteilte. Die Anträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts. Die Arbeitslosenquote für Mai dürfte Analysten zufolge bei mehr als 20 Prozent liegen. Im Februar hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen.

In der Vorwoche hatte es gut 2,4 Millionen Neuanträge gegeben. Analysten hatten nun mit weniger Anträgen gerechnet, weil viele Bundesstaaten ihre Ausgangsbeschränkungen bereits wieder lockern. Viele Geschäfte, Fabriken und Restaurants dürfen wieder unter Auflagen öffnen, was sich langsam positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte. Es war daher wahrscheinlich, dass eine gewisse Zahl derer, die seit März Arbeitslosenhilfe beantragt haben, inzwischen wieder im Job stehen. Eine aktuelle Zahl, wie viele Millionen Amerikaner derzeit arbeitslos sind, wird erst Ende kommender Woche zusammen mit der Arbeitslosenquote für Mai vorgestellt werden.

Im April stand die Arbeitslosenquote bereits bei 14,7 Prozent. Wegen Fehlern bei der Erhebung der Daten warnte die zuständige Behörde jedoch, dass die Quote bereits bei etwa 20 Prozent liegen könnte. Das wäre der höchste Wert seit vielen Jahrzehnten. Arbeitnehmer können in den USA viel schneller entlassen werden als etwa in Deutschland. Zudem gibt es auch kein automatisch stabilisierendes Element wie die Kurzarbeit, das Arbeitgebern relativ risikolos ermöglichen würde, Angestellte zunächst bei reduzierten Kosten zu behalten.

US-Wirtschaft schrumpft 

Neben den Entlassungen von Mitarbeitern in Restaurants, Geschäften und Hotels, die relativ schnell wieder rückgängig gemacht werden könnten, haben inzwischen auch viele Großunternehmen Kürzungen bekanntgegeben. Der angeschlagene Flugzeugbauer Boeing etwa erklärte am Mittwoch, man werde sich über freiwillige Abfindungen und Entlassungen von gut 12.000 Mitarbeitern trennen.

Die US-Wirtschaft ist zu Jahresbeginn stärker geschrumpft als bisher bekannt. Die Wirtschaftsleistung lag im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet 5,0 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals, wie das Handelsministerium bekanntgab. In einer ersten Schätzung war ein Einbruch um 4,8 Prozent ermittelt worden.

In den USA werden Wachstumszahlen auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie sich die Wirtschaft entwickeln würde, wenn das Tempo ein Jahr lang anhielte. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet, weshalb Wachstumsdaten nicht direkt miteinander vergleichbar sind.

Kongress verabschiedet Konjunkturprogramm

Der US-Kongress hat bislang mit Unterstützung beider Parteien Konjunkturpakete von rund 2,7 Billionen US-Dollar beschlossen, was gut zehn Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung entspricht. Darunter sind auch hunderte Milliarden Dollar für ein Kreditprogramm, das es Arbeitgebern erleichtern soll, ihre Angestellten trotz Umsatzeinbrüchen weiter zu beschäftigen. Der Effekt des Programms auf die Arbeitsmarktdaten ist bislang unklar.

Auch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat Programme aufgelegt, um ein weiteres Abschmieren der Wirtschaft zu verhindern. Nach Einschätzung von Fed-Chef Jerome Powell hat die Corona-Pandemie die US-Wirtschaft in die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt. Für US-Präsident Donald Trump kommt die Krise höchst ungelegen; er bewirbt sich im November um eine Wiederwahl.

In den USA gab es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bis Donnerstagvormittag (Ortszeit) rund 1,7 Millionen bekannte Infektionen mit dem Coronavirus. Mehr als 100.000 Menschen starben demnach. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen.

Trauerportal.de (dpa)
In Memoriam

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